Verato Project



KARL BÖSMANN - zirkumflex CD-R  KARL BÖSMANN - zirkumflex CD-R
cat-nr: verazität: 035, release date: May 2005, ltd.-edition: 60, mp3


 
   

Meister Bösmann mutiert im ersten Drittel dieses Sammlerstücks, das die Herzen aller Soundart-Fetischisten höher schlagen lässt (es wurden 60 Exemplare gefertigt), ‚For 200 Violins‘ betitelt, zu einem veritablen Stringmonster. Ohne Geigenloops, wie der Künstler betont, lässt er einen wie ein Riesendudelsack aus allen Poren schrillenden, fauchenden und grollenden Lizard King gen Bethlehem schlampen. Die Transformation der Geige in ihrer Xenaki‘sche Mikrotonkumulation zu etwas ganz und gar nicht Geheurem ist das prächtige akustische Äquivalent zu einem Schmeißfliegenauge von der Größe Luxemburgs. Das zweite Drittel, ‚Cockroach Breakfast Dance‘, gibt der Mikrotonalität einen Drall ins Insektoide. Unzählige Küchenschaben steppen über eine klingelnde Bühne, aus allen Ecken und Enden zirpt es und trillert‘s, oben flirren die Obertöne wie Silberhaar, unten knurschen die Bässe als dumpfer Chooooor. Der pyramidal auf dem Kopf tanzende Brummkreisel reizt das Klangspektrum bis auf den letzten Brösel aus. Das letzte Drittel mahnt etwas struwwelpeterhaft ‚Spiel nicht mit dem Zirkumflex‘. Angesprochen sind damit die Dächchen oder Hütchen auf dem â, ê oder ô. Als Gefahr drohen diakritische Dehnungen und bilabiale Frikative, mit denen nicht zu Spaßen ist. Statt einer weiteren mikrotonal gebrochenen, dröhnminimalistischen Chromatik loopt Bösmann diesmal Keyboardriffs und Vokalsamples wie DerMenschDerMenschDerMensch und JawollJawollJawoll zu stampfenden Rotationen. Die MusikMusikMusik kreist mit mahlenden Pleuelstangengliedern spiralförmig vorwärts, stapstapstapft .... und schrapschrapschrappt .... als mechanischer .... Bolero .... durch Zeit .... und Raum .... ZuDirZuDirZuDir .... , MenschMenschMensch.

by Rigobert Dittmann @ Bad Alchemy


`Karl Bösmann's release comes in a black cloth envelop with a heavy painted stones and separate cards. We came across the music of Karl Bösmann before, when we reviewed his 'Das Kind In Der Küche' on Tosom (see Vital Weekly 461). His new release moves away from the slightly percussive release of before into a more darkly and densely layered form of music. Again three long pieces, of which 'For 200 Violins' is the one with sounds to be recognized. Layers and layers of violin sounds (probably 200?) make up a nice, dense violin piece. 'Cockroach Breakfast Dance', the piece after that is a much more noisier piece of music, but didn't do much for me. 'Spiel Nicht Mit Dem Zirkumflex' is the final piece and a has a Steve Reich 'Come Out' like opening, but evolves slowly into a stuttering pieces of varying organ like sounds and voices dropping in and out in a likewise stuttering way. Highly minimal, and reminded me to the mid-80s pieces of Nicolas Collins. The second piece could have been easily dropped but the other two are quite alright.´

by frans de waard @ vital weekly